Unterstützung und wichtige Informationen zu MeSelfControl und Alkohol

Hier findest Du nützliche Informationen zu MeSelfControl und wertvolle Unterstützung zur Nutzung. Du erfährst mehr über den Umgang mit Alkohol und Alkoholabhängigkeit, die Auswirkungen von Alkohol auf Deine Gesundheit und Dein Leben sowie mögliche Unterstützung bei der Änderung Deines Trinkverhaltens.

Alkoholkonsum: Unterstützung und Information

Unterstützung & Informationen zu MeSelfControl

Wie funktioniert MeSelfControl?

MeSelfControl basiert auf einem wissenschaftlich fundierten und praxiserprobten Alkohol-Reduktions-Programm, das Dir dabei hilft, Deinen Alkoholkonsum schrittweise zu reduzieren. Das Programm besteht aus 3 Phasen und passt sich individuell auf Deine Bedürfnisse an:

  • Phase 1: Trinkverhalten beobachten
  • Phase 2: Aktives Reduzieren
  • Phase 3: Langfristige Erfolgssicherung
Wer kann MeSelfControl nutzen?

MeSelfControl kann jeder nutzen, der seinen Alkoholkonsum überdenken und sein Trinkverhalten ändern möchte, um kontrollierter Alkohol zu trinken und sein Leben bewusster und besser zu gestalten.

Für wen ist MeSelfControl nicht geeignet?

MeSelfControl ist nicht geeignet, wenn:

  • ...Du ohnehin kein Alkohol trinkst.
  • ...Du eine körperliche Vorschädigung hast oder vermutest, dass sich diese durch weiteren Alkoholkonsum verschlimmern würde. Zur Aufklärung suche bitte Deinen Hausarzt auf.
  • ...Du schwere körperliche Entzugserscheinungen hast oder bereits in der Vergangenheit welche hattest, nachdem Du Alkohol reduziert oder abgesetzt hast (z.B. Zittern, Schwitzen, Schwindel, Übelkeit, Magenbeschwerden, Durchfall, Herzrasen, Halluzinationen, Krampfanfälle).
  • ...Du eine Schwangerschaft planst oder bereits schwanger bist. Bitte beachte, dass selbst kleinste Mengen Alkohol den Fötus im Mutterleib schädigen.
  • ...Du stillst.
  • ...Du Medikamente einnimmst.
Wie sicher ist MeSelfControl?
  • MeSelfControl befindet sich in der Zulassung als Medizinprodukt Klasse 1 gemäß § 3 Nr. 1a des deutschen Medizinproduktegesetzes (MPG) und den Richtlinien 93/42 EWG Anhang IX, Regel 1.  
  • Die Daten werden ausschließlich auf Deinem Gerät gespeichert.
Wie benutze ich MeSelfControl?
  • Tägliche Erfassung des Alkoholkonsums
  • Kontinuierlich
Warum muss ich "Dein Hintergrund" Fragen beantworten?

Das Besondere an MeSelfControl ist, dass es sich um ein individualisiertes Coaching-Programm handelt. MeSelfControl benötigt ein paar Informationen von Dir, damit MeSelfControl sich so genau wie möglich auf Dich einstellen und Dich bestmöglich auf Deinem Weg begleiten kann.

Je genauer Deine Antworten sind, umso besser und erfolgreicher wird das Programm für Dich sein.

Wann sollte ich eintragen?

Alle Eingaben im Bereich "Getränke erfassen" sowie der "Tagesrückblick" müssen tagesgenau erfolgen. Eine nachträgliche Eingabe ist nicht möglich, d.h. die am Mitttwoch konsumierten Getränke müssen am Mittwoch erfasst werden. 

Bitte beachte, dass Du Deine Einträge einfach jeden Tag genau und vollständig vornimmst. Nur dann kann Dich MeSelfControl bestmöglich unterstützen und begleiten.

Unterstützung & Informationen zu Alkohol

ALLGEMEIN

In Deutschland konsumieren schätzungsweise 90% der Erwachsenen Alkohol. Zwar trinken nicht alle regelmäßig, doch ein Feierabend oder eine festliche Angelegenheit ohne ein Glas Wein oder ein Bier ist für viele meist unvorstellbar, es gehöre einfach dazu. Es gibt weitere Gründe für einen Alkoholkonsum: Einige trinken, um in eine bessere Stimmung zu kommen, einige um ihre (sozialen) Ängste und Hemmungen in verschiedensten Situationen zu überwinden. Dabei verlieren viele oftmals die Kontrolle über ihr Trinken und die Situation endet in einem gefährlichen Rausch.

Alkohol birgt auch riskante Gefahren und besitzt viele schlechte Eigenschaften. Bewiesen ist zum Beispiel, dass es zu den stärksten krebserregenden Stoffen gehört. Nicht nur die Leber leidet, auch die Seele wird angegriffen. So können bei Alkoholmissbrauch Verstimmungen wie Depressionen und Angststörungen entstehen.
Wer viel Alkohol konsumiert, wird außerdem leicht Opfer einer Gewalttat oder wird selbst gewalttätig. Statistisch ist bewiesen, dass jede dritte Gewalttat von einem Menschen, der Alkohol getrunken hat, verübt wird.

RICHTIGER UMGANG MIT ALKOHOL

Wie bei jedem Konsum von Genussmitteln sollte man immer die Grenzen kennen. Auf jeden Fall sollte man in folgenden Situationen komplett auf Alkohol verzichten:

  • im Straßenverkehr
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • bei der Arbeit und beim Bedienen von Maschinen
  • beim Sport
  • beim Spielen mit Kindern
  • Menschen, die alkoholabhängig waren, sollten nach ihrer Therapie weiter abstinent leben

Obwohl jeder Mensch Alkohol anders aufnimmt und verträgt (abhängig von Geschlecht, Alter, Körperbau, Genetik, seelischer Zustand, etc.), werden dennoch folgende Alkohol-Richtwerte für gesunde Menschen berücksichtigt:

Allgemein gilt: Menschen sollten einen täglichen, gewöhnlichen Alkoholkonsum strikt meiden. Für eine gesunde Funktionalität von Körper und Geist ist es ratsam, an mindestens zwei bis drei Tagen in der Woche gar keinen Alkohol zu trinken.

 

ALKOHOLMISSBRAUCH

Missbrauch von Alkohol kann zu gravierenden körperlichen und seelischen Schädigungen führen und Probleme mit Familie, Freunden, Partner/in und bei der Arbeit mit sich bringen.

Bedenken Sie: die Gewohnheit macht den Missbrauch. Vor allem der Gedanke oder das Gefühl, Alkohol könnte Ihnen bei Ihren Problemen helfen, ist falsch. Alkohol löst keine Probleme, sondern schafft sie.  

Alarmierend und gefährlich ist es, wenn...

  • ...man Alkohol trinkt in Situationen, in denen man nüchtern sein muss (Autofahren, Spielen mit Kindern, etc.)
  • ... eine sogenannten „Toleranzentwicklung“ vorliegt: Man muss immer mehr trinken, um die gewohnte Wirkung zu erzielen
  • ...man mehr Alkohol trinkt als man eigentlich trinken wollte. Man verliert die Kontrolle darüber, wie viel man trinkt

Oftmals sind Probleme der Grund für maßlosen Alkoholkonsum. 

Trinkmengen können sich im Laufe der Zeit steigern. Es wird mehr aus Gewohnheit getrunken, oder weil man neuerdings öfter in Kneipen oder Bars ausgeht oder weil einen Stress oder Sorgen belasten. Gerade nach einer Trennung, bei Jobverlust und anderen Lebenskrisen tendieren Menschen oft dazu, mehr Alkohol zu trinken.

Trinkt man öfter zu viel Alkohol, so kann sich leicht eine Alkoholabhängigkeit entwickeln.
Ungefähr 1,6 Millionen Menschen in Deutschland zwischen 18 und 64 Jahren sind von einer Abhängigkeitserkrankung betroffen. Darunter 1,2 Millionen Männer. Eine Alkoholabhängigkeit bzw. Sucht beginnt schleichend und manifestiert sich psychisch und körperlich. Für Betroffene ist es dann ganz schwer, vom Trinken wieder los zu kommen. Auch wenn der Wille da ist, abstinent zu sein, scheint das Problem unüberwindbar. Wenn man dann versucht aufzuhören, zeigt der Körper physische Entzugserscheinungen, wie Schwitzen, Zittern, Herzrasen bis hin zur Bewusstlosigkeit.
Es gibt verschiedene Formen von Abhängigkeit. „Spiegeltrinker" trinken jeden Tag und benötigen eine bestimmte Konzentration von Alkohol im Blut. „Quartalstrinker“ trinken zeitweise nicht oder trinken zeitweise bewusster und kontrolliert, geraten in regelmäßigen Abständen aber dann immer wieder in Phasen, in denen Sie große Mengen Alkohol zu sich nehmen.

Gesundheitlich ist jedem zu empfehlen, mindestens einmal im Jahr mehrere Wochen lang auf Alkohol zu verzichten. Konsultieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eine Abhängigkeit befürchten. Er ist in der Lage festzustellen, ob eine Alkoholabhängigkeit vorliegt oder nicht.

Folgenden Faktoren können auf eine Abhängigkeitsgefährdung hinweisen:

  • Der starke Wunsch oder Zwang ist da Alkohol zu trinken 
  • Die Kontrolle fallt schwer, wie viel und wann man trinkt 
  • Der Körper zeigt Anzeichen für einen Entzug: Hände zittern, wenn man nichts trinkt 
  • Man hat den Drang immer mehr zu trinken, um die gewünschte Wirkung zu erzielen 
  • Man vernachlässigt seine Familie, Arbeit oder auch seine Freizeitaktivitäten
  • Man steigert sich in den Konsum immer mehr rein, obwohl es bereits Anzeichen gibt, dass Alkohol einen seelisch oder körperlich krank macht und viele Freunde oder Familienangehörige sich von einem abgewandt haben

Fakt ist: Seit 1968 ist Alkoholabhängigkeit eine anerkannte Krankheit. Es besteht kein Grund, sich für Alkoholabhängigkeit zu schämen. Wie bei vielen anderen Krankheiten, gibt es heute bewährte Behandlungen diese Krankheit zu besiegen. Es gilt: Je früher etwas gegen Alkoholabhängigkeit getan wird, desto höher die Erfolgsaussichten. Die Krankenkassen und Rentenversicherung übernehmen die Behandlungskosten - mit Ausnahme von privaten Krankenversicherungen.  

Fakt ist auch, Alkohol ist gesundheitsschädlich. Er macht nicht nur abhängig, sondern hat auch gravierende Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität. Alkohol verursacht viele Krankheiten. Alkoholabhängige sterben oft früher als der Durchschnitt der Bevölkerung.

ALKOHOL IST GIFT FÜR DEN KÖRPER, GEIST UND DIE HAUT

Beim Abbau von Alkohol im Körper produziert Alkohol hochgiftige Stoffe. Sie gelangen über das Blut und die Lymphgefäße in jede Zelle des Körpers. Deshalb können alle Organe durch Alkohol angegriffen und geschädigt werden, von der Leber bis hin zum Gehirn. Die Leber leidet. Sie ist für den Abbau von Alkohol im Körper verantwortlich und ist ein sehr empfindliches Organ. Alkohol ist deshalb gefährlich für sie und löst verschiedene Krankheiten aus: Leberschwellung, Leberverfettung, Leberschrumpfung und Leberkrebs. Die weibliche Leber baut Alkohol langsamer ab und deshalb bekommen Frauen schneller Leberkrankheiten, wenn sie trinken. 

Das Gehirn leidet ebenfalls beim Alkoholkonsum. Millionen von Gehirnzellen sterben ab, wenn man sich exzessiv betrinkt. Alkohol kann außerdem lebensgefährliche Krampfanfälle auslösen. Nervenzellen arbeiten auch deutlich langsamer, wenn man sich massiv betrinkt. Beispiel: Schon nach einem Glas Alkohol sinkt die Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit. Angst wird gemindert, man wird leichtsinnig. Aus diesem Grund passieren viel mehr Unfälle unter Alkoholeinfluss. Alkohol verringert des Weiteren die kognitive Konzentrations- und Merkfähigkeit. Man kann viele Situationen schlechter einschätzen. Ein jahrelanger Alkoholkonsum kann auf Dauer der Intelligenz schaden. 

Zudem ist Alkohol auch ein wahrer Schönheitsräuber. Das komplette Hautbild verschlechtert sich. Die Haut im Gesicht, am Oberkörper, an den Armen und Handflächen sowie im Bereich der Mundschleimhäute zeigt sich oftmals stärker durchblutet. An der Haut des Oberkörpers können sich kleine, an Spinnen erinnernde Blutgefäße bilden. Alkohol fördert weiterhin beispielsweise die Talgproduktion. Die Folgen können Mitesser, Pickel oder vergrößerte Poren sein. Auch die Blutgefäße im Gesicht erweitern sich bei hohem Konsum - manchmal sogar dauerhaft. Alkohol verschlimmert bestehende Hauterkrankungen wie Rosacea, Akne, Psoriasis, etc.  

Alkohol greift weitere Organe an. Die Bauchspeicheldrüse, der Magen oder der Darm können sich entzünden. Das Krebsrisiko in diesen Organen steigt. Bei Frauen steigt das Brustkrebsrisiko. Alkohol birgt noch ganz andere Gefahren. Beim exzessiven Alkoholkonsum steigt die Leichtsinnigkeit, Gefahren werden unterschätzt. Um nur einige Beispiele zu benennen: Betrunkene laufen auf Fahrbahnen, klettern übermütig auf Gerüste oder springen sogar aus noch fahrenden Zügen. Da Alkohol eine betäubende Wirkung hat, spüren Betrunkene weniger Schmerz bei Verletzungen. Häufig passieren Verbrennungen. Einige erfrieren, weil sie Kälte nicht mehr spüren. Etwa 74.000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an den Folgen eines Alkoholrausches.

Und: Alkoholmissbrauch beeinträchtigt bei Männern die Potenz und die Libido. Bei Frauen kann ein Missbrauch zu Unfruchtbarkeit führen.

Eine Überdosis Alkohol kann tödlich verlaufen. Bei 2,5 Promille im Blut hat man eine Alkoholvergiftung, bei der man bewusstlos werden kann. Ab 3 bis 4 Promille ist ein Koma und tödlicher Atemstillstand hoch wahrscheinlich. Bei Jugendlichen und Menschen, die in der Regel wenig trinken, kann diese Grenze auch niedriger liegen. Deshalb ist hier besondere Vorsicht angesagt. Jeder verträgt demnach Alkohol anders. Wie viel Alkohol eine Person verträgt, wird von der genetische Veranlagung, dem Gewicht, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand bestimmt. Bei Kindern und Jugendlichen ist Alkohol immer schädlich, weil ihr Körper noch in der Entwicklung ist.   

Regelmäßiger Konsum verändert den Menschen. Meist merkt man das im Alltag, wenn Betroffene unzuverlässig werden oder in vielen Alltagssituationen oft gereizt reagieren. Sie haben oftmals extreme Gemütsschwankungen. Reduzieren Abhängige ihren Konsum, so kann es zu Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Schwitzen, Zittern oder Kreislaufproblemen kommen: Der Körper des Abhängigen braucht Alkohol, fehlt dieser, entstehen Entzugserscheinungen. Lebensgefährlich können auftretende Krampfanfälle sein, wenn ein Konsum plötzlich abgesetzt wird. Betroffene können auch ins Koma fallen oder sterben.

Psychische Entzugserscheinungen manifestieren sich in Form von Unruhe, Angst, Verzweiflung, Schlaflosigkeit und Depressionen.

 

ALKOHOL BEEINTRÄCHTIGT DIE LEBENSQUALITÄT

Angetrunkene gefährden oftmals nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das Leben der Anderen. Fahren sie Auto, Motorrad oder Fahrrad, ist das Unfallrisiko deutlich erhöht und die Folgen können für Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer gravierend sein.

Alkohol kann einsam machen. Je öfter Alkohol konsumiert wird und ggf. je länger die Abhängigkeit bei einem Menschen andauert, desto häufiger ziehen sich Betroffene zurück. Alles dreht sich ums Trinken, Scham kommt hinzu. Freunde werden weniger wichtig oder gemieden.

Oft essen Abhängige dann nicht mehr genügend und haben einen Hygienemangel. Sie sind nicht mehr in der Lage auf sich zu achten, sie geben sich auf. Wenn sie dann noch von ihrer Partnerin, ihrem Partner verlassen werden, fallen sie in eine noch tiefere Depression.  

Die Gewaltbereitschaft nimmt bei Alkoholmissbrauch zu. Betrunkene sind oftmals aggressiver und gewaltbereiter. Sie verüben häufig folgende Straftaten:

  • Sachbeschädigung 
  • Körperverletzung 
  • Beleidigung 
  • Totschlag 
  • Vergewaltigung 
  • Kindesmisshandlung 
  • Gewalt in der Familie 

Etwa jede dritte Gewalttat steht im Zusammenhang mit Alkohol.

Auch beeinflusst Alkohol bestehende Krankheiten negativ. Die meisten beruhigen sich mit dem Vorwand, dass ein Glas Wein oder ein Gläschen Kräuterschnaps gesund seien. Falsch! Alkohol ist keine Medizin! Im Gegenteil, Alkohol ist ein Gift, das viele Krankheiten noch verschlimmert, wie z.B. Krankheiten an der Leber oder Bauchspeicheldrüse, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krankheiten an Magen, Speiseröhre und Darm, Krebs, hormonelle Störungen oder Störungen des Immunsystems.

Trinken Sie kein Alkohol, wenn Sie krank sind! Es kann gefährlich sein, Alkohol mit Medikamenten zu mischen, weil die Nebenwirkungen und Folgen oftmals unberechenbar sein können.

Alkohol kann die Wirkung eines Medikaments verlangsamen oder beeinflussen, dass es gar nicht wirkt. In Verbindung mit Medikamenten, kann Alkohol stärker und länger wirken, weil er langsamer vom Körper abgebaut wird. Lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Probleme können die Folgen sein. 

Einige Beispiele: Alkohol in Verbindung mit Antidepressiva oder Allergiemittel kann eine betäubende Wirkung mit sich bringen. Alkohol und Schlafmittel können beim Patienten zu gefährlichen Atemlähmungen führen. Auch gilt hohe Achtsamkeit, wenn Alkohol mit Beruhigungsmitteln konsumiert wird, weil beide ähnlich wirken und eine starke Abhängigkeit verursachen können.

ALKOHOL BEI MÄNNERN UND FRAUEN

 Wie bereits erwähnt, liegt der Grenzwert bei Männern bei 24 Gramm reinen Alkohols pro Tag (ca. 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein oder Sekt oder zwei doppelte Schnäpse (2 x 4 cl). Sie sollten an zwei bis drei Tagen in der Woche gar keinen Alkohol trinken.

Männer vertragen mehr als Frauen, weil sie einen höheren Wasseranteil im Körper haben als Frauen und gleichzeitig der Fettanteil niedriger ist. Stündlich baut ein männlicher Körper ca. 0,15 Promille ab. Es dauert mindestens drei Stunden bis 0,5 Promille abgebaut sind.

Männer sind mindestens doppelt so häufig von einer Alkoholabhängigkeit betroffen als Frauen. 4,8 Prozent der 18- 64 Jährigen Männer sind abhängig. Weitere 4,7 Prozent trinken Alkohol in einem unbedenklichen Maß, sodass man von Alkoholmissbrauch sprechen kann.

Ein besonderes Risiko gehen Männer ein, die exzessiv trinken: es kann zur Impotenz führen. 

Der Grenzwert bei Frauen liegt bei ungefähr 12 Gramm reinen Alkohols (ca. 0,3 l Bier oder 0,15 l Wein oder Sekt oder einem doppelten Schnaps (4 cl). Auch da gilt: Sie sollten an zwei bis drei Tagen in der Woche komplett auf Alkohol verzichten. Trinken Sie häufiger, gewöhnt sich Ihr Körper daran.

Ein weiblicher Körper baut pro Stunde ungefähr 0,13 Promille ab. Bis z.B. 0,5 Promille abgebaut sind, dauert es etwa vier Stunden.

Frauen, die exzessiv trinken, gehen ein großes Risiko ein, unfruchtbar zu werden und keine Kinder zu bekommen. Wenn man eine Schwangerschaft plant, ist es sicherer komplett auf Alkohol zu verzichten, denn in den ersten Schwangerschaftswochen weiß man noch nicht, ob man schwanger ist. Bei stillenden Frauen ist es ratsam, auf Alkohol zu verzichten, da Alkohol direkt in die Muttermilch übergeht und so dem Kind schadet.

Bereits wenig Alkohol während der Schwangerschaft schadet dem ungeborenen Kind im Mutterleib.

Aus diesem Grund sollten Frauen zu dieser Zeit keinen Alkohol trinken.

Schon kleine Mengen Alkohol in der Schwangerschaft reichen aus, dem Gehirn des ungeborenen Kindes zu schaden, weil Alkohol direkt durch die Nabelschnur in das Kind im Mutterleib gelangt. Da Nerven und Organe des Ungeborenen noch nicht fertig ausgebildet sind, reagieren sie empfindlich auf Alkohol und können ihn noch nicht abbauen. Aus diesem Grund sollten Frauen zu dieser Zeit auf gar keinen Fall Alkohol trinken.

Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 10.000 Kinder geboren, die durch Alkohol geschädigt sind. 2.200 davon haben das sogenannte unheilbare "Fetale Alkoholsyndrom", d.h. sie sind geistig oder körperlich behindert, ein schlimmes Schicksal, weil sie ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen sind. Diese Kinder brauchen eine intensive Unterstützung von Fachleuten.

Risikobehaftet ist auch das Trinken im Alter. 

Obwohl es Alkoholmissbrauch in jedem Alter gibt, ist es vor allem im hohen Alter sehr gefährlich. Ein exzessiver Alkoholkonsum steigert z.B. das Risiko, dass ältere Menschen stürzen, sich dabei verletzen oder sich in einem verwirrten Zustand befinden. Deshalb gilt auch hier Achtsamkeit.

Ein älterer Mensch verträgt weniger Alkohol. Wenn sie die gleiche Menge wie in jüngeren Jahren trinken, ist ihr Alkoholspiegel im Blut höher als früher.

Hinzu kommt, dass viele Menschen im Alter auf Medikamente angewiesen sind und es deshalb zu unerwünschten und riskanten Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Alkohol kommen kann. Weitere Altersbeschwerden verschlechtern sich, wenn man Alkohol trinkt, wie etwa die geistige und körperliche Fitness und die Konzentration. Oftmals treten Schwindelgefühle auf, der Appetit wird geringer.

Ein problematisches Trinkverhalten von älteren Menschen lässt sich in zwei Gruppen einordnen.

Es gibt generell viele, die schon in ihrer Jugend selten Alkohol konsumiert haben und deshalb auch im Alter selten trinken (vor allem ältere Frauen).

Man unterscheidet zwei Gruppen, die Probleme mit Alkohol haben: 

  • Diejenigen, die bereits in jungen Jahren begonnen haben zu trinken und das weiterhin auch tun 
  • Menschen, die aufgrund von Veränderungen und Verlusten im Leben (Partnerin/Partner verstorben, keine Berufsausübung) erst im Alter eine Abhängigkeit entwickeln

Ältere Betroffene von Alkoholsucht profitieren besonders von einer therapeutischen Behandlung. Ihr Leben wird lebenswerter, wenn sie aufhören zu trinken, sie fühlen sich körperlich und geistig fitter. 

WAS TUN BEI RÜCKSCHRITTEN?

Einen Rückfall zu erleiden trotz erfolgreicher Reduktion nach einiger Zeit, wird von den Betroffenen als persönliche Niederlage gesehen. Keine Panik! Wenn man manchmal seine Ziele nicht sofort erreicht, ist es wichtig dran zu bleiben und nicht aufzugeben.

Folgende Situationen können begünstigen, wieder Alkohol zu trinken: 

  • Ärger und schlechte Gefühle 
  • Streit mit anderen Menschen 
  • Einsamkeit 
  • Gesellige Anlässe: Feier oder Party  

Sie können in solchen Situation strategisch kontern, indem Sie zum Beispiel schon im Vorfeld verinnerlichen, was Sie bei Trinkeinladungen sagen könnten: 

  • "Danke, muss morgen früh raus." 
  • "Mein Magen verträgt in letzter Zeit nicht so gut Alkohol." 
  • "Mein Arzt hat mir davon abgeraten zu trinken." 
  • "Danke, ich nehme lieber Wasser." 

Hilfreich kann es auch sein, solche oder Ihre eigen formulierten Sätze zu notieren, damit Sie für solche Situationen entspannt vorbereitet sind.  

Trinkt man Alkohol am Arbeitsplatz, so kann das mehrere Probleme mit sich bringen. Es kann für den Betroffenen selbst, aber auch für das Team und den Betrieb gefährlich sein. Wenn man getrunken hat, ist man unvorsichtiger und kann sich leichter an einer Maschine verletzen oder auch einen Kollegen in Gefahr bringen. Wird man dabei „erwischt“, kann schnell eine Kündigung in der Hand liegen. Im Regelfall gehen dem Gespräche mit Vorgesetzten voraus und Verweise auf Hilfsangebote. Einige Betriebe bieten die Unterstützung "betrieblicher Suchthelfer" an, der eine erste Anlaufstelle für den Betroffenen sein kann.

Wie kann man einem betroffenen Kollegen helfen?

Die meisten wissen nicht, wie sie mit einem Kollegen, der ein Alkoholproblem hat, umgehen sollen. Einige wollen demjenigen bei seiner Arbeit helfen, ihn entlasten. Doch das ist der falsche Weg.

Einige Betriebe bieten "betriebliche Suchthelfer" an, die eine erste Anlaufstelle für den Betroffenen sein kann. Allerdings sollte bei gravierenden Alkoholproblemen sofort eine Beratungsstelle in Erwägung gezogen werden. Helfen Sie Betroffenen, wenn Sie merken, dass ein Kollege sein Alkoholproblem zur Arbeit bringt.

„Don’t drink and drive!“ Viele Menschen sind auch dann überzeugt fahren zu können und nüchtern zu sein, auch wenn sie bereits mehrere Gläser Bier oder Wein getrunken haben. Sie gefährden damit ihr Leben und das Leben anderer. Bereits ab 0,2 Promille können Menschen schlechter sehen und hören. Die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit wird schlechter ab etwa 0,5 Promille, sie tendieren dazu, Risiken einzugehen. Ab 0,5 Promille im Blut werden Fahrer bestraft. Wenn man einen Unfall verursacht, kann das auch schon ab 0,3 Promille der Fall sein. Ab 1,1 Promille im Blut sind die Polizei und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Beachten Sie deshalb: Fahren Sie nur nüchtern Auto! Autofahrer können weniger aufmerksam im Straßenverkehr sein, auch wenn sie nur wenig Alkohol zu sich genommen haben.

Verkehrsteilnehmer unter 21 Jahren oder in der Probezeit dürfen gar keinen Alkohol trinken. Für sie gilt die Null-Promille-Grenze. Auch Radfahrer oder Fußgänger können bestraft werden, wenn sie Alkohol trinken. Ein Fahrradfahrer beispielsweise verliert ab 1,6 Promille seinen Führerschein. Versicherungen weigern sich bei Unfällen zu zahlen.

WO GIBT ES HILFE?

Vielen fällt es schwer, Hilfe anzunehmen. Doch je früher ein Alkoholproblem erkannt wird, desto besser die Aussichten auf Erfolg. Es ist bekannt, dass sich Betroffene für ihre Sucht schämen und Angst haben, mit jemanden darüber zu sprechen. Auch bekommen sie Angst davor, nicht mehr zu trinken. Deswegen erkennen sie erst recht spät ihre Abhängigkeit und suchen sich erst spät Hilfe und Unterstützung. 

Wie jede Krankheit, muss auch Alkoholabhängigkeit von Experten und Fachleuten behandelt werden. Die Rentenversicherung und alle Krankenkassen (mit Ausnahme der privaten) übernehmen die Kosten für eine Behandlung. In der Regel ist das Ziel, gar keinen Alkohol mehr zu trinken. 

In Selbsthilfegruppen suchen sich Betroffene Hilfe bei ihrem Problem mit Alkohol. In der Gruppe hat man das Ziel, mit dem Trinken aufzuhören und ein Leben ohne Alkohol zu beginnen. Man begegnet Betroffenen und spricht offen über seine Probleme. Es hilft auch, dass man die Gewissheit erhält, dass man mit dem Problem nicht alleine ist.

Es gibt etwa 8.600 Selbsthilfegruppen in Deutschland für Menschen mit einem Alkoholproblem. Es gibt verschiedene Angebote: 

  • für Alkoholabhängige 
  • für die Familienangehörigen der Betroffenen 
  • für Männer 
  • für Frauen 
  • für erwachsene Kinder von Abhängigen 

Suchen Sie eine Selbsthilfegruppe auf, wenn Sie ein Problem mit Alkohol haben oder jemanden aus dem Bekannten- oder Familienkreis kennen, der abhängig ist. Oft ist die Selbsthilfegruppe der erste wichtige Schritt für die Entscheidung ein Leben ohne Alkohol zu führen. Dort bekommen Betroffene die Hilfe, Unterstützung und Aufmerksamkeit, die sie für eine Abstinenz brauchen.

Man kann Selbsthilfegruppen ohne Anmeldung und Verpflichtung besuchen.

Jeder vierte in den Gruppen schafft den Entzug nur mit der Selbsthilfegruppe, ohne in eine Klinik zu gehen. 85 Prozent der Betroffenen in Selbsthilfegruppen werden nicht rückfällig.

WIE WIRD BEHANDELT?

Es gibt etwa 1.400 Suchtberatungsstellen in ganz Deutschland. Suchtberater können Ihnen bei Ihrem Problem mit dem Alkohol helfen. Sie beraten sie und empfehlen passende Therapien für Sie. Manchmal bieten diese Stellen auch selbst Therapien an und informieren Sie über Selbsthilfegruppen. 

Auch in allen größeren Krankenhäusern ist ein Entzug möglich. Es gibt davon ungefähr 320. Auch Programme für bestimmte Gruppen werden angeboten (für Frauen, für ältere Meschen, Kinder und Jugendliche oder Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte). 

Allgemein werden bei einer Behandlung vier verschiedenen Phasen berücksichtigt (Kontaktphase; Entzug; Entwöhnung; Nachsorge).

  1. Kontaktphase: Sie kontaktieren zunächst eine Suchtberatungsstelle. Sie überlegen zusammen mit einem Berater oder einer Beraterin über Möglichkeiten, was Ihnen helfen kann. Diese Phase kann einige Tage bis mehrere Wochen dauern. Viele Abhängige wählen in dieser Phase eine Selbsthilfegruppe. 

  2. Entzug: Wenn Sie merken, dass Sie ohne fachliche Hilfe Ihre Abhängigkeit nicht besiegen können, dann ist ein Entzug in einem Krankenhaus sinnvoll. Dort werden Sie von Ärzten medikamentös gegen die Entzugserscheinungen behandelt und können über ihr Problem mit ihnen sprechen. Der Entzug dauert meist zwei bis drei Wochen.  

  3. Entwöhnung: Eine Rehabilitationsbehandlung (Reha) erfolgt nach dem Entzug. Sie unterstützt einen dabei, am Ball zu bleiben und weiter abstinent zu leben. Es gibt stationäre Rehas (Klinikaufenthalt) und ambulante Rehas (tagsüber Klinikaufenthalt). Psychotherapeuten kümmern sich um den Patienten, mit den eigenen Problemen umzugehen und in der Ergotherapie lernt der Patient, wie er seinen Alltag besser organisieren kann. Ein Jobtraining hilft Betroffenen beim Berufseinstieg. Eine Reha dauert mehrere Wochen.
     
  4. Nachsorge: In Suchtberatungsstellen können Patienten nach der Reha zur Nachsorge gehen, um beim Start in ein alkoholfreies Leben Unterstützung zu finden und um Rückfälle zu vermeiden. Angehörige eines Betroffenen können dem Betroffenen dabei helfen, seinen neuen Weg ohne Alkohol mit Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu gehen.

Informationen zu appPeople

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"Unsere Mission ist es, die Lebensqualität der Menschen durch unsere digitalen und mobilen Gesundheitsanwendungen positiv zu beeinflussen und ihnen zu helfen, eine hohe Lebensqualität zu erreichen."

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